Die Galerie Buchkunst Berlin nimmt 2026 erstmals an der MIA Photo Fair in Mailand teil und präsentiert vier fotografische Positionen, die klassische und zeitgenössische Fotografie miteinander verbinden: Thomas Hoepker, Johnny Miller, Yasuhiro Ogawa und Thomas Gust.
Trotz ihrer unterschiedlichen visuellen Sprachen verbindet alle vier Künstler eine außergewöhnliche fotografische Qualität sowie eine humanistische Perspektive. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit sozialen Realitäten, kulturellem Gedächtnis und der ethischen Verantwortung der Fotografie. Die Präsentation zeigt Fotografie sowohl als dokumentarisches Medium als auch als künstlerische Ausdrucksform mit gesellschaftlicher Relevanz.
Die Auswahl spannt zugleich einen Bogen durch die Geschichte der Fotografie – von klassischen Silbergelatine-Handabzügen und früher Farbfotografie der 1960er-Jahre bis hin zu zeitgenössischen archivfesten Fine-Art-Prints und hybriden foto-basierten Arbeitsweisen.
VIP-Einladung zur MIA Photo Fair 2026
Für die MIA Photo Fair in Mailand (19.–22. März 2026) steht uns eine begrenzte Anzahl an VIP-Tickets zur Verfügung, die wir gerne an Sammler:innen, Kurator:innen und Freund:innen der Galerie vergeben. Wenn Sie die Messe besuchen möchten, senden Sie uns bitte eine kurze Nachricht an info@buchkunst-berlin.de – wir lassen Ihnen gerne eine persönliche Einladung zukommen.
Besuchen Sie uns auf der Messe
MIA Photo Fair Milan
Laufzeit: 19.–22. März 2026
Adresse: Superstudio Più, Via Tortona 27, Mailand, Italien
Stand C 015, Galerie Buchkunst Berlin
Unsere Galerie ist in der MAIN SECTION der Messe vertreten sowie in der kuratierten Sektion
REPORTAGE BEYOND REPORTAGE, kuratiert von Emanuela Mazzonis di Pralafera.
www.miafairbnpparibas.it
Öffnungszeiten:
Donnerstag–Freitag: 11–21 Uhr
Samstag–Sonntag: 11–20 Uhr
Anwesende Künstler
Die Künstler Johnny Miller, Yasuhiro Ogawa und Thomas Gust werden während der Messe anwesend sein.
Portfolio & Preisliste
Gerne senden wir Ihnen das Portfolio der präsentierten Arbeiten sowie die aktuelle Preisliste zu. Anfragen bitte an info@buchkunst-berlin.de.

© Thomas Hoepker/Magnum Photos, Ali jumping, Chicago, USA, 1966
Thomas Hoepker
Muhammad Ali
Das Werk von Thomas Hoepker (1936–2024) ist geprägt von einem zutiefst humanistischen Blick auf die Welt. Als einer der bedeutendsten deutschen Fotojournalisten sowie langjähriges Mitglied und späterer Präsident der Agentur Magnum Photos entwickelte Hoepker eine Bildsprache, die häufig als „concerned photography“ beschrieben wird – subtil, empathisch und präzise.
Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die ikonischen Porträts von Muhammad Ali, den Hoepker erstmals 1960 fotografierte. Ein Porträt aus dem Jahr 1966 zeigt den Boxer mit erhobener linker Faust, direkt zur Kamera gewandt – ein Bild, das zugleich Stärke und Verletzlichkeit sichtbar macht. Hoepkers Fotografien vermeiden Sensationalismus und konzentrieren sich stattdessen auf die fragile Spannung zwischen Kraft und Menschlichkeit.
Seine Arbeiten – von Silbergelatine-Handabzügen bis zu frühen Farbaufnahmen – sind heute in bedeutenden Museumssammlungen weltweit vertreten.

© Thomas Hoepker/Magnum Photos, Showing Off His Left Fist, Chicago, 1966

© Johnny Miller, Unequal Scenes, Manila, Philippines, 2023, #1
Johnny Miller
Unequal Scenes & Industrial Salt
Die Fotografien von Johnny Miller aus der Serie Unequal Scenes entstehen aus der Perspektive einer Drohne. Sie zeigen territoriale und architektonische Übergänge sozialer Gemeinschaften in großen Städten, insbesondere im globalen Süden. Die Luftaufnahmen machen globale Ungleichheit sichtbar und offenbaren gleichzeitig abstrakte Muster, deren visuelle Entschlüsselung ebenso faszinierend wie verstörend ist.
In seiner Serie Industrial Salt richtet Miller den Blick auf Landschaften, die durch menschliche Eingriffe verändert wurden. Fotografiert unter anderem in Walvis Bay in Namibia sowie in der San Francisco Bay Area, zeigen die Arbeiten farbintensive Verdunstungsbecken der Salzgewinnung. Mikroorganismen verändern mit steigender Salzkonzentration ihre Farbe und erzeugen so scheinbar malerische, abstrakte Landschaften. Millers Arbeiten verbinden eine ästhetisch überraschende Perspektive mit einer kritischen Auseinandersetzung über Umwelt, Urbanität und globale Entwicklungen.

© Johnny Miller, Salt Works, Yucatán, Mexico, 2024, #2

© Yasuhiro Ogawa, On a Windy Day, Japan, 2016
Yasuhiro Ogawa
Der japanische Fotograf *Yasuhiro Ogawa (1968) gilt als eine der eindrucksvollsten zeitgenössischen Stimmen der japanischen Fotografie. Seine Arbeiten greifen die kontemplative Tradition der japanischen Landschaftsfotografie auf und verbinden sie mit modernen fotografischen Mitteln wie Abstraktion, ungewöhnlichen Perspektiven und bewusst eingesetzter Unschärfe.
In der Serie Lost in Kyoto untersucht Ogawa grundlegende Fragen des Lebens und des menschlichen Zusammenlebens mit einer Bildsprache, die stark von Zen-Buddhismus geprägt ist. Handpolierte Filter überlagern die Realität und erzeugen eine meditative, beinahe malerische Bildstruktur.
Für Into the Silence folgte Ogawa der historischen Reiseroute des Haiku-Dichters Matsuo Bashō entlang seines berühmten Reiseberichts Oku no Hosomichi („Der schmale Pfad durchs Hinterland“) und fotografierte die zeitlose Schönheit Nordjapans.
Seine Serie The Dreaming (2019) vereint Schwarzweißfotografien aus über 25 Jahren Arbeit. Mit Unschärfe, Dunkelheit und grober Körnung erzeugt Ogawa eine poetische Bildsprache von großer emotionaler Intensität. Das dazugehörige Fotobuch wurde international ausgezeichnet.

© Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, Foggy Mountains, Japan, 2016

© Thomas Gust, Costumes, Tokyo, 2025, #2
Thomas Gust
Der Künstler *Thomas Gust (1972) beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Themen wie Erinnerung, Geschichte und urbanem Leben. Charakteristisch für sein Werk ist die Verbindung von Fotografie und malerischer Intervention, durch die er fotografische Bilder transformiert und zugleich deren Ursprung sichtbar lässt.
Während eines Aufenthalts in Japan im Jahr 2025 entwickelte Gust eine Serie, die ikonische japanische Bildmotive – etwa Kirschblüten – mit Porträts aus japanischen Studios des späten 19. Jahrhunderts kombiniert. Die historischen Fotografien werden durch malerische Eingriffe überarbeitet und in einen neuen zeitgenössischen Kontext überführt.
In der Serie Costumes werden inszenierte Studioaufnahmen von Geisha-Modellen aus der frühen Fotografie durch farbige Übermalungen transformiert. Die Geisha steht in der japanischen Kultur für Tradition, Anmut und komplexe soziale Beziehungen – als Vermittlerin kultureller Praktiken.
Demgegenüber stehen die nächtlichen und frühmorgendlichen Fotografien der Serie Cherry Blossoms, Tokyo. Die zarten Blüten erscheinen fast grafisch vor der Dunkelheit des Nachthimmels oder dem kühlen Grau des Morgens. In der japanischen Kultur gilt die Kirschblüte als Symbol der Vergänglichkeit: Ihre kurze Blüte erinnert an die Kostbarkeit des Moments und verweist zugleich auf die Endlichkeit des Lebens.

© Thomas Gust, Costumes, Tokyo, 2025, #5



