Die Ausstellung Flowing vereint zentrale Werkgruppen des japanischen Fotografen Yasuhiro Ogawa aus den vergangenen Jahren mit neuen Arbeiten und macht die innere Geschlossenheit seines fotografischen Denkens sichtbar. Ogawas Farbfotografie bewegt sich an der Grenze zwischen Landschaft und Abstraktion, zwischen Wahrnehmung und Auflösung. Farbe ersetzt zunehmend die Form, ohne die Komposition preiszugeben.
Einladung zur Vernissage
Am Samstag, dem 14. März 2026, eröffnen wir von 18 bis 22 Uhr die Ausstellung Yasuhiro Ogawa – Flowing und laden Sie herzlich zur Vernissage ein. Der japanische Fotograf Yasuhiro Ogawa wird persönlich anwesend sein und steht für Gespräche zur Verfügung. Ergänzend dazu führt Thomas Gust durch die Ausstellung und gibt in einer Kuratorenführung vertiefende Einblicke in das Werk.
Vernissage: Samstag, 14. März 2026, 18–22 Uhr
Yasuhiro Ogawa wird anwesend sein.
Führung mit dem Galeristen Thomas Gust und Yasuhiro Ogawa durch die Ausstellung.
Ausstellungskuration: Ana Druga und Thomas Gust
Info: freier Eintritt, keine Anmeldung notwendig.
GALERIE BUCHKUNST BERLIN
Adresse: Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin
YASUHIRO OGAWA – FLOWING
Ausstellungsdauer: 14. März – 30. Mai 2026
Öffnungszeiten: Do.–Sa., 14–18 Uhr
Finissage: 30. Mai 2026, 14–18 Uhr | Führung mit dem Galeristen Thomas Gust
Info: freier Eintritt, keine Anmeldung notwendig.
Kontakt: +49.30.218 025 40, info@buchkunst-berlin.de
Die Fotografien von Yasuhiro Ogawa sind in limitierten Auflagen als hochwertiges Fine Art Baryta Prints erhältlich. Gerne informieren wir Sie persönlich über die verfügbaren Werke und beraten Sie bei der Auswahl eines passenden Prints. Für weitere Informationen oder zur Vereinbarung eines individuellen Beratungstermins kontaktieren Sie bitte die Galerie Buchkunst Berlin per E-Mail unter info@buchkunst-berlin.de oder telefonisch unter +49 30 21802540.

Yasuhiro Ogawa, Winter Train, China, 2025

Yasuhiro Ogawa, Furious Clouds, Japan, 2017

Yasuhiro Ogawa, Into the Silence, Golden Fields, Japan, 2022
Ogawa steht in einer japanischen fotografischen Tradition, in der Natur nicht als Motiv, sondern als Zustand verstanden wird: als Raum von Zeit, Leere und Widerstand. Seine Fotografien sind keine Abbilder von Landschaft, sondern Wahrnehmungsflächen, auf denen sich Licht, Farbe, Bewegung und Dauer einschreiben. Abstraktion ist dabei kein Stilmittel, sondern die Konsequenz einer Haltung, die Sehen als tastenden, offenen Prozess begreift.

Yasuhiro Ogawa, Autumn Water, Japan, 2019
„Der Fluss hört nie auf zu fließen, und doch ist das Wasser niemals dasselbe.“
Das Credo Yasuhiro Ogawas, frei nach Heraklit.

Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, To the Sea, Japan, 2023
Aus dem Unterwegssein, aus dem Reisen, verdichtet sich seine Erzählung zu visuellen Fragmenten, die die Grenzen zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur, Geschichte und Fiktion aufheben. Ogawa reist bevorzugt mit dem Zug; das Fenster wird zur fotografischen Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Stillstand und Geschwindigkeit. Die vorbeiziehende Landschaft verliert ihre Stabilität, wird Oberfläche, wird Farbe. Unschärfe beschreibt dabei einen zeitlichen Zustand. In einigen Serien verstärkt der Künstler diese Erfahrung durch präparierte, handgeschliffene Linsen, die den Bildern eine feine Textur verleihen – wie ein Schleier, der sich über die Wirklichkeit legt.

Yasuhiro Ogawa, Into the Silence, Passing Shadow, Japan, 2020

Yasuhiro Ogawa, In the Fog, Taiwan, 2025
Ein charakteristisches Merkmal vieler Arbeiten von Yasuhiro Ogawa ist die Dunkelheit. Sie ist kein dramatischer Effekt, sondern ein ordnendes Prinzip. Besonders im Winter, seiner bevorzugten Reisezeit, entstehen Bilder von gedämpfter Helligkeit und reduzierter Farbigkeit. In der Dunkelheit treten die Farben akzentuiert hervor, vergleichbar mit traditionellen japanischen Innenräumen, in denen Lacke oder Goldflächen erst im Halbdunkel ihre Intensität entfalten. Diese Ästhetik knüpft an ein japanisches Verständnis von Raum an, in dem das Verborgene nicht als unheimlich, sondern als poetisch und vollkommen empfunden wird.

Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, Kimono Woman, #6, Japan, 2024

Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, Rain River, Japan, 2023
In der Serie Lost in Kyoto verdichtet sich Ogawas Ansatz zu einer fotografisch-philosophischen Reflexion. Kyoto erscheint nicht als historisches oder kulturelles Symbol, sondern als Fragment, als Überlagerung von Natur, Architektur, Spiritualität und Zeit. Tempel, Wege, Bäume im Nebel oder Spuren menschlicher Zivilisation tauchen auf und lösen sich wieder auf. Natur wird hier zum Träger von Bedeutung und verweist auf zyklische Zeit, Vergänglichkeit und Wiederholung. Zentral ist dabei der Bezug zum Zen-Buddhismus und zum Begriff des Ku – der Leere. Ku bezeichnet keinen Mangel, sondern einen offenen Zustand, in dem sich alles gegenseitig bedingt. Der Kreis, Sinnbild dieses Denkens, steht nicht für Vollendung, sondern für den immer neuen Versuch. Auch Ogawas Fotografien folgen diesem Prinzip: Sie streben nicht nach Abschluss, sondern nach Annäherung. Jedes Bild ist ein weiterer Umlauf, eine erneute Setzung im Offenen.

Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, Foggy Mountains, Japan, 2016
Yasuhiro Ogawa (*1968) zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen Japans. Seine Arbeiten verbinden die klassischen Motive und die kontemplative Haltung der japanischen Landschaftsfotografie mit zeitgenössischen fotografischen Mitteln wie abstrakten Kompositionen, ungewöhnlichen Perspektiven und Unschärfen. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Taiyo Award sowie dem Newcomer Award der Photographic Society of Japan ausgezeichnet.

Yasuhiro Ogawa, Lost in Kyoto, Cherry Blossom, Japan, 2016
Coverfoto: Yasuhiro Ogawa, On a Windy Day, Japan, 2016
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Restaurant & Bar Hummus & Friends
www.hummus-and-friends.com
Die Ausstellung ist bis zum 30. Mai 2026 zu sehen und kann über das Partnerrestaurant Hummus & Friends von Montag bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr besucht werden (ausgenommen Sonderveranstaltungen).
Verbinden Sie den Besuch mit kulinarischen israelischen Spezialitäten oder einem erfrischenden Getränk bei Hummus & Friends und entdecken Sie zugleich die Fotografien von Yasuhiro Ogawa in der Galerie Buchkunst Berlin.



