Zum Gedenken an den Jahrestag der Befreiung von Nationalsozialismus und Faschismus am 8. Mai 2021 eröffnet der Verlag und die Galerie Buchkunst Berlin eine virtuelle Ausstellung am 1. Mai 2021, kuratiert von Ana Druga und Thomas Gust mit den Aufnahmen des sowjetischen Frontfotografen Valery Faminsky von den letzten Kriegstagen und dem beginnenden Frieden in der Stadt.

Valery Faminsky gelangte mit den ersten Soldaten am 22. April 1945 in das umkämpfte Berlin. Seine eigentliche Aufgabe war die Dokumentation der medizinischen Versorgung und Logistik von Transporten verwundeter Soldaten für die Militärmedizinischen Institute der Roten Armee. Faminskys Fotografien schildern ohne jede Propaganda und ohne jedes Pathos, dafür mit einem zutiefst humanistischen Blick, die völlig zerstörte Stadt, die erschöpfte Bevölkerung und den Alltag der russischen Truppen. Faminsky zeigt in seinen Bildern die tiefe Sehnsucht nach Frieden. Sein Interesse gilt immer den individuellen Schicksalen von Menschen auf beiden Seiten der Front. Fremdarbeiter auf dem Weg in die Heimat, deutsche Flüchtlinge, Zivilisten auf der Suche nach Angehörigen, Lebensmitteln und Wasser. Ein Alltag zwischen den Ruinen, der aus extremen Lebenssituationen besteht. In diesen Bildern begegnen sich Menschen, nicht Sieger und Besiegte.

Am 22. Mai 1945 kehrt Faminsky mit seinen Aufnahmen nach Moskau zurück. Er veröffentlicht diese Bilder nie. Sie werden in seinem Nachlass von den Enkeln entdeckt und diese bieten das knapp 500 Negative umfassende Archiv im Internet an. Der in Moskau lebende ukrainische Fotojournalist Arthur Bondar entdeckt und erwirbt das Archiv 2016 und macht die Bilder zum ersten Mal der russischen Öffentlichkeit zugänglich.

Die Aufnahmen haben Ana Druga und Thomas Gust, welche die Entdeckung des Archives Valery Faminskys von Anfang an begleiteten so sehr beeindruckt, dass sie 2018 den Verlag »Buchkunst Berlin« gründeten und die Fotografien in einem umfangreichen Bildband »Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky« veröffentlichten, der unter anderem mit der Silbermedaille des Deutschen Fotobuchpreises ausgezeichnet wurde.

Mit den Bildern Valery Faminskys wird es den letzten wirklichen Zeitzeugen und allen „Nachgeborenen“ ermöglicht, eine unverfälschte Sicht auf die uns alle verbindende Geschichte zu werfen, und diese zu reflektieren. Die Echtheit und auch die Nähe zu den Ereignissen, welche unter die Haut gehen, lassen den Betrachter zum Zeugen dieser historischen Stunden und Tage werden. Gemessen an der herausragenden künstlerischen Qualität seiner Fotografien steht Valery Faminsky auf einer Stufe mit Fotografen wie Jewgeni Chaldej und Robert Capa.

EINLADUNG ZU DEN ONLINE–FÜHRUNGEN

Am 1., 8., 9. und 30. Mai 2021 finden jeweils einstündige Online-Führungen mit dem Verleger und Fotografie-Experten Thomas Gust statt. Als besonderer Gast wird Arthur Bondar, ukrainischer Fotojournalist erzählen, wie er das Archiv von Valery Faminsky in Moskau 2016 entdeckte.

Der Besuch der virtuellen Ausstellung und die Online-Führungen sind kostenlos.

INFORMATIONEN

Eröffnung: Samstag, 1. Mai 2021
Ausstellungsdauer: 2. Mai 2021–31. Mai 2021
Online-Führungen: 1. Mai, 8. Mai, 9. Mai & 30. Mai 2021 jeweils von 17 bis 18 Uhr

Die Teilnahme an den Online-Führungen sind kostenlos.
Zoom-Online-Führung beitreten:

Anmeldung über Kurz-Link:
www.t1p.de/2cec
Kennwort: MC-E

Anmeldung über ZOOM Link:
https://zoom.us/j/6862379497?pwd=QUZNUC9McUhpK043RDhUTUpoNmFhdz09
Kennwort: MC-E


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