VORZUGSAUSGABE: JINDŘICH ŠTREIT – VILLAGE PEOPLE 1965–1990

MONOGRAFIE & ZWEI SIGNIERTE PRINTS IM SCHMUCKSCHUBER
Prints: Fine Art Print auf Hahnemühle Fine Art Baryta 325 g
»Náklo, 1990« & »Arnoltice, 1985«
Auflage: 20 + 4 AP | Blattgröße: 30×40 cm, Bildgröße: 20×32 cm
Die Fotografien sind rückseitig signiert und nummeriert.
Der Schmuckschuber hat einen Magnetverschluss.

MONOGRAFIE
Texte: 
Vladimir Birgus
Herausgeber: Thomas Gust, Ana Druga
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
Druck und Bindung: Wanderer Druckerei, Germany
Fester Einband / Leineneinband
137 schwarz-weiß Abbildungen / Triton Druck / 22,5 cm x 30,5 cm
Dem Buch sind zwei signierte Karten beigelegt.
Verlag Buchkunst Berlin 
ISBN 978-3-9819805-6-1
Veröffentlichungstermin: Dezember 2020

 1.250,00 inkl. Mwst.

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Die beiden für diese Vorzugsausgabe ausgewählten Motive gehören nicht nur zu Jindřich Štreits bekanntesten und beliebtesten Bildern, sondern sind auch wichtige Momente im Werk und der künstlerischen Vita des Fotografen.

Arnoltice, 1985, auch bekannt als »Potato Harvesters« wude 1990, neben vier anderen Bildern von John Szarkowski für die fotografische Sammlung des MoMA angekauft. Die Vermittlung wurde von Robert Frank, mit dem Streit befreundet war, initiiert. Das Bild, damals wie heute eines der Highlights der ständigen Ausstellung im MoMA, zeigt die Gemeinschaft der Menschen und deren Arbeitsalltag. Es ist ein zentrales Thema in der Fotografie Jindřich Štreits, welche seit mehr als fünf Jahrzehnten das Leben auf dem Land in Böhmen und Mähren dokumentiert.

Náklo, 1990 zeigt Pater Kulavik, der sein ganzes Leben in dem Dorf und Pfarrhof Náklo verbrachte, als eigenwillig galt und unzählige Haus- und Hoftiere hielt. Ab den 80er Jahren besuchte und fotografierte Jindřich Štreit ihn mehrmals. In dieser Aufnahme von 1990, entfaltet sich eine Welt in der Welt, tritt ein magischer Realismus in die Fotografie.


Jindřich Štreit ist ein außergewöhnlicher Chronist und Erzähler. Über fünf Dekaden beschreibt er in seinen Schwarz-Weiß Fotografien das Leben auf dem Land in den tschechischen Regionen Nordmährens und Böhmen. Es ist eine umfassende fotografische, wie auch soziologische Studie, ähnlich in ihrem Umfang und ihrer künstlerischer Qualität, wie die eines August Sander in Deutschland oder Eugene Atget in Paris. In einer eigenen Stilistik und Bildsprache, nur eben gewachsen im Verborgenen, am äußersten Ende der damaligen Welt. In Wirklichkeit liegt Sovinec ziemlich genau in der Mitte Europas. Diese Region ist geprägt von den Wirren und Beschädigungen der Weltkriege und einer nachfolgenden Diktatur, deren Rituale und Bildwelten in der damaligen Alltagswelt, für uns heutige Betrachter, oft absurd erscheinen. Jindřich Štreit beschreibt die Vereinzelung und Vereinsamung des Menschen im Alltag des sozialistischen Kollektives. Doch im Privaten, sowie auf den gemeinsamen Festen und Begegnungen zeigen die Fotografien die Lebensfreude, eine starke Gemeinschaft und Solidarität. In der Gegenüberstellung mit den Aufnahmen der offiziellen Kundgebungen und Feierlichkeiten des Staates wird dies um so deutlicher. Der Kontrast der Aufnahmen Streits zu den offiziellen ideologischen Darstellungen konnte nicht gravierender sein. Die Kritik an den bestehenden Lebensverhältnissen war in den Bildern immer vorhanden und konnte von einem totalitären Staat in seiner erstarrten Vokabel und Zeichensprache nicht anders, als eine Kritik verstanden werden. Das führte ab den 80er Jahren zu einem Veröffentlichungsverbot in jeder Form, Festnahmen und ständiger Kontrollen durch die Staatsmacht. So blieb er, trotz permanentem Fotografierens bis zum Ende des Sozialismus in der Fotogeschichte ein Unbekannter. Seit den 90er Jahren, nach seiner Rehabilitierung, wurden seine Bilder weltweit gezeigt und sind in den wichtigsten fotografischen Sammlungen vertreten. In seinem Heimatland ist er einer der bekanntesten Fotografen, wie auch ein geschätzter Lehrer an den führenden Hochschulen Tschechiens.


„Die poetischen wie gleichermaßen radikalen Aufnahmen Jindřich Štreits haben ein universelles Menschenbild erschaffen. Sie gehören heute zu den großen Klassikern der humanistischen Fotografie.“
Thomas Hoepker | Magnum Photos


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