A Kingdom for a Tree – Aleksandra Sawa

EIN WALD VON BEDEUTUNGEN „Menschliche Zivilisationen definieren sich in Opposition zur Natur“, schreibt Aleksandra Sawa über ihre aktuellen Arbeiten. Was von unserer Welt übrigbleibt, wenn aus dieser Opposition Dominanz und schließlich Zerstörung geworden ist, erkundet die Berliner Fotografin in ihrem Zyklus „A Kingdom for a Tree“. In ihren Bildern inszeniert Sawa eine Frau zwischen sterbendem Wald und leeren Landschaften. Die ausdrucksstarken Szenen in Schwarzweiß und Farbe wechseln stilistisch zwischen Dokumentation und Bühne, einige wirken wie Traumsequenzen. Das Werk ist unverkennbar politisch, aber gerade nicht aktivistisch: Die Bedeutungsebenen sind zu vielfältig, als dass man sie auf den ersten Blick erschließen könnte.…

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Anno Wilms – Jazz in Berlin 1970–1993

Die Berliner Fotografin Anno Wilms hat von 1967 bis 1993 das Jazzfest Berlin, eine der ältesten und angesehensten Jazz-Veranstaltungen Europas, vor allem aber seine Musiker und die mit Ihnen verbundene Aura in atmosphärischen Bildern festgehalten. Schon der erste Festivalleiter Joachim E. Behrendt wusste die ausdrucksstarken Porträts der Künstlerin zu schätzen und hat sie in seinen zahlreichen Publikationen zum Thema immer wieder aufgenommen. 2004 wurden mehrere ihrer Bilder in der Festivalchronik zum 40jährigen Jubiläum veröffentlicht, zehn Jahre später ist sie eine von fünf Fotografen/innen, die eingeladen wurden, ihre künstlerische Sicht auf den Jazz im Wandel der Jahrzehnte in einer Festivalausstellung vorzustellen.…

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JINDŘICH ŠTREIT – VILLAGE PEOPLE 1965–1990

„Die poetischen wie gleichermaßen radikalen Aufnahmen Jindřich Štreits haben ein universelles Menschenbild erschaffen. Sie gehören heute zu den großen Klassikern der humanistischen Fotografie.“ Thomas Hoepker | Magnus Photos Jindřich Štreit ist ein außergewöhnlicher Chronist und Erzähler. In den 1970er und 1980er Jahren, der Zeit des kommunistischen Hardliner-Regimes, beschreibt er in seinen authentischen Schwarz-Weiß-Fotografien das Leben auf dem Land in der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik. Mit dieser Monografie liegt jetzt eine umfassende Auswahl seiner Aufnahmen aus dieser Zeit vor, die mittlerweile zu fotografischen Ikonen geworden sind. Die realistischen Fotografien Štreits stehen in einem starken Widerspruch zu den inszenierten Bildern, die zu dieser Zeit…

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Deutscher Fotobuchpreis 2020 | 2021

Über die zwei Prämierungen des Deutschen Fotobuchpreises 2020 | 2021 haben wir uns auch dieses Jahr sehr gefreut. Unsere Publikation DAS AUGE DES KRIEGES / UKRAINE 1941/42 – DIETER KELLER wurde mit der Silbermedaille (Shortlist) in der Kategorie Fotograf / Monografie nominiert. Weitere Details sind auch hier zu finden. Das Fotobuch STANDING BY THE WALL – BERLIN 1990 mit Fotografien von Josef Wolfgang Mayer wurde mit Bronze (Longlist) in der Kategorie Fotograf / Monografie prämiert. Zu der Prämierung und allen weiteren Nominierten und Sieger geht es hier lang. Folgendes fasst die Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart über den diesjährigen Wettbewerb…

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Standing by the Wall / Berlin 1990 – Josef Wolfgang Mayer

Die Fotografien, welche Josef Wolfgang Mayer im Sommer des Jahres 1990 anfertigte, zeigen die Berliner Mauer, vor allem aber deren Durchbrüche und Überreste: Das optische wie auch psychologische Erfassen einer nur sehr kurz währenden, spezifisch deutsch-deutschen Landschaft, die einem Zustand schneller Veränderung unterliegt. Die Fotografien wirken entschleunigt, entgegen der Hochgeschwindigkeit, mit der wir aus heutiger Sicht die Umwandlungen und Umwertungen, welche in diesen Monaten stattfanden, wahrnehmen. Die Zeitebene des historischen Dokumentes mischt sich mit dem „Hier und Jetzt“ des Betrachters, in dessen Rücken sich die Geschichte und Veränderungen der letzten dreißig Jahre abgelagert haben. Grundsätzliches Prinzip der vorliegenden Serie ist…

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Ein Treffen in Prag mit Jindřich Štreit und Vladimír Birgus

Jindřich Štreit hat, ähnlich wie Josef Koudelka, Mitte der 60er Jahre angefangen, sich auf Fotografie der Landbevölkerung (zuerst nur Roma) – in den ehemaligen von Deutschen besiedelten Gebieten in Böhmen und Mähren – zu fokussieren. Hier ist Streit auch aufgewachsen. In den 70ern hat ihn die führende Fototheoretikerin und Kuratorin Anna Farova, welche durch ihre Freundschaft zu Josef Sudek einige Freiheiten hatte, entdeckt und in Prag ausgestellt. Aufgrund seiner direkten und den sozialistischen Alltag auf dem Land ungeschönt darstellenden Bildern, wurde er verhaftet und bekam ein völliges Ausstellungs- und Publikationsverbot, durfte aber absurderweise weiter fotografieren. So erschienen bis zur „Samtenen…

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Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky

Pünktlich zum 75. Jahrestag des Kriegsendes liegt eine Neuauflage des Bildbandes „Berlin Mai 1945“ mit Aufnahmen des russischen Kriegsfotografen Valery Faminsky (1914–1993) von der Befreiung Berlins und den ersten Friedenstagen vor. Faminsky gelangte mit den ersten Soldaten am 16. April 1945 in die umkämpfte Stadt, seine eigentliche Aufgabe war die Dokumentation der medizinischen Versorgung und Logistik von Transporten verwundeter Soldaten für die Militärmedizinischen Institute der Roten Armee. Mit diesen Legitimationen ausgestattet kann er sich in der Stadt frei bewegen und aufgrund seines (Foto)journalistischen, wie künstlerischen Interesses setzt er sich über das verhängte Verbot der Fotografie von Zivilbevölkerung, Not und Zerstörungen…

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Das Auge der Krieges – Dieter Keller

In ihrer Modernität verblüffende Kriegsfotografien, welche zwischen surreal anmutenden Momenten von Schönheit und der puren Realität des Krieges oszillieren. Eine Reise ins „Herz der Finsternis“, jetzt zum ersten Mal in Buchform veröffentlicht: Dieter Keller – Das Auge des Krieges/Ukraine 1941/42 Dieter Keller (1909–1985) war vor und während des 2. Weltkrieges eng mit Künstler*innen der Neuen Sachlichkeit und des Bauhauses befreundet, welche sein künstlerisches Sehvermögen formten und seine fotografischen Bildkompositionen wesentlich beeinflussten. 1941/42 war Dieter Keller als deutscher Soldat im Grenzgebiet zwischen Ukraine und Weißrussland stationiert. In dieser Zeit gelang es ihm trotz eines strengen militärischen Verbots, Zerstörungen und Kriegsopfer zu…

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Neuauflage: Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky

Rechtzeitig zur Ausstellung im Forum für Fotografie in Köln ist die zweite Auflage unseres Buches Berlin Mai 1945-Valery Faminsky erschienen. Auch dieses Mal haben wir das Fotobuch gemeinsam mit dem herausragenden Drucker Jochen Wanderer in Hannover hergestellt. Eine zweite Auflage, wie aufregend! Wir sind stolz, dass dieses Buch so gut aufgenommen worden ist. Wir möchten noch einmal allen herzlich danken, die durch Ihre Begeisterung und Ihr Engagement dazu beigetragen haben, die Bilder Faminskys so vielen Menschen nahezubringen und ein Stück unserer Geschichte gemeinsam neu zu lesen. Sie können das Buch auch direkt bei uns im Shop bestellen.

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Leuchte mein Stern – Bernd Fischer

Die analogen Farbfotografien des Filmemachers und Fotografen Bernd Fischer, auf Fahrten durch die Sowjetunion zwischen 1990–1994 aufgenommen, zeigen auf eine unterhaltende und künstlerisch eigenständigen Weise das Implodieren einer Weltmacht. Straßenfotografie als Beobachtungen eines Alltags in Zeiten der Wandlung. Die Bilder von Bernd Fischer nehmen uns mit zurück zu jenen taumelnden Tagen, in eine Zeit als in ganz Osteuropa eine plötzliche Hoffnung von grenzenloser Freiheit aufkam. Eine Freiheit einhergehend mit dem Gefühl des Verlustes von Souveränität und Sicherheit. Bernd Fischer, Fotograf und Kameramann stellt gleichzeitig zum ersten Mal eine seiner zahlreichen Fotostrecken in Buchform vor. Konzept und Buchgestaltung wurden von Buchkunst…

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Das erste Verlagsjahr

Der Verlag „Buchkunst Berlin“ wurde 2018 von der Designerin und Fotografin Ana Druga und dem Fotobuchhändler und Fotografen Thomas Gust, mit dem Schwerpunkt auf künstlerische Fotobücher und Bildbände, gegründet. Seitdem sind die ersten drei Titel erschienen: „Berlin Mai 1945“ – ein in Moskau entdecktes Archiv des russischen Front-Fotografen Valery Faminsky, sowie die Bücher „Cheung Chau Sunrises“ und „Hong Kong Lost Laundry“ in Zusammenarbeit mit dem international renommierten Fotografen Michael Wolf. Im Sommer 2019 kuratierten beide, die im Berliner Willy Münzenberg Forum gezeigte Ausstellung „Berlin Mai 1945 – Valery Faminsky“ und betreuten darüber hinaus die große Retrospektive von Michael Wolf „Life…

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Im freien Fall: die verlorene Wäsche von Hong Kong

Das letzte Fotobuch Hong Kong Lost Laundry aus der Serie der Hong Kong Back Alleys von Michael Wolf ist im Sommer 2019 im Verlag Buchkunst Berlin erschienen. Vom Wind weggewehte und in allen erdenklichen Posen auf Kabeln, Dächern und Reklameschildern gelandete Wäsche verwandelt sich in den Fotografien Michael Wolfs zu wundersamen Skulpturen des Alltags. Michael Wolf setzt damit seiner Wahlheimat Hongkong ein weiteres kleines Denkmal. Sein Vorgehen ist das eines Chronisten und Sammlers. Seit 2003 erstellt er eine visuelle Enzyklopädie der Back Alleys von Hongkong, fotografiert die aus Platzmangel und ökonomischer Notwendigkeit heraus entstandenen kunstvollen Installationen aus Mopps, Handschuhen, Stühlen…

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